Mainsicht

Webdesign und KI-Sichtbarkeit aus Babenhausen

Fünf Prüfungen zeigen, ob KI-Assistenten Ihren Betrieb kennen.

Sie brauchen kein Werkzeug und kein Budget, nur einen Browser und zwanzig Minuten. Jede Prüfung steht hier mit der Frage, die Sie wörtlich abtippen können, und mit dem, was die Antwort bedeutet.

Anleitung · Sadan Akbari · KI-Developer und Gründer von Mainsicht · 15. Juni 2026 · Lesedauer 8 Minuten

Inhalt: Branche und Ort · Ihre Fakten · robots.txt und llms.txt · Lesbarkeit · Googles KI-Übersicht · Was die Ergebnisse bedeuten · Was ein Test nicht zeigt · Häufige Fragen

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01 · Kurz gesagt

Sie stellen die Fragen, die Ihre Kunden stellen.

Ihre KI-Sichtbarkeit testen Sie, indem Sie Assistenten wie ChatGPT, Perplexity und die KI-Übersicht von Google genau die Fragen stellen, die Ihre Kunden stellen würden, und prüfen, ob und wie Ihr Betrieb dabei auftaucht. Sie brauchen dafür kein Werkzeug und kein Budget, nur ein paar gezielte Fragen und einen nüchternen Blick auf die Antworten. Die folgenden fünf Prüfungen können Sie heute selbst durchgehen.

Ein paar gezielte Fragen zeigen in wenigen Minuten, ob ein Assistent Ihren Betrieb kennt und richtig wiedergibt. Für alle fünf zusammen rechne ich mit zwanzig Minuten.

Wer nicht testet, vermutet.

02 · Die Frage

Fragen Sie nach Ihrer Branche und Ihrem Ort.

Stellen Sie mehreren Assistenten die Frage, die ein Interessent stellen würde, etwa „Welche Anbieter für Innenausbau gibt es in Hanau?“ oder „Wer macht Buchhaltung für Kleinunternehmen im Rhein-Main-Gebiet?“. Prüfen Sie, ob Ihr Betrieb genannt wird, an welcher Stelle und in welchem Zusammenhang. Wenn Sie gar nicht vorkommen, ist das kein Makel, sondern der Ausgangspunkt: Es zeigt, dass die Voraussetzungen für eine Nennung noch fehlen.

Diese drei Formulierungen können Sie wörtlich abtippen und dabei Leistung und Ort durch Ihre eigenen ersetzen:

Stellen Sie jede Frage in mindestens zwei Systemen. Ein Assistent, der live in eine Suchmaschine greift, antwortet anders als einer, der aus einem älteren Trainingsstand schöpft.

03 · Die Fakten

Prüfen Sie, ob Ihre Fakten korrekt wiedergegeben werden.

Fragen Sie gezielt nach Ihrem Unternehmen, sofern es bereits bekannt ist, und kontrollieren Sie die Antwort wie ein Korrekturleser. Falschangaben deuten fast immer auf widersprüchliche oder lückenhafte Quellen hin.

Eine Formulierung, die alle drei Punkte auf einmal abfragt:

Der Zusatz zur Herkunft ist der wichtigste Teil. Er zeigt Ihnen, welche Quelle die falsche Angabe in Umlauf gebracht hat. Wo die Antwort daneben liegt, lohnt sich der Abgleich Ihrer Angaben über Website, Google Business Profil und Verzeichnisse hinweg. Einheitliche Daten an allen Stellen sind die wirksamste Gegenmaßnahme.

04 · Die Dateien

Kontrollieren Sie robots.txt und llms.txt.

Diese Prüfung braucht keinen Assistenten, sondern nur Ihren Browser. Rufen Sie Ihre Domain mit dem Zusatz /robots.txt auf und sehen Sie nach, ob dort seriöse KI-Crawler ausgesperrt werden, oft ein ungewollter Nebeneffekt pauschaler Sperren. Rufen Sie anschließend /llms.txt auf: Erscheint eine kompakte Übersicht Ihres Angebots, oder eine Fehlermeldung?

Konkret tippen Sie zwei Adressen in die Adresszeile:

Wie das ausgeht, weiß ich aus eigener Messung. Im Juli 2026 habe ich 213 Websites kleiner Betriebe vermessen. Bei 88 von 207 geprüften Domains lieferte der Abruf der robots.txt einen echten Fehler 404, das sind 42,5 Prozent. Eine llms.txt war bei 6 von 212 abrufbar, also bei 2,8 Prozent. Und nur 4 von 206 Websites sperrten überhaupt einen KI-Bot per robots.txt aus, 1,9 Prozent.

Die letzte Zahl klingt beruhigend und ist es nicht: Wer gar keine robots.txt hat, sperrt auch niemanden aus, verweist aber ebenso wenig auf seine Sitemap. Der häufigste Befund ist nicht die falsche Sperre, sondern die fehlende Datei.

Was die llms.txt leistet und was nicht, erklärt der Beitrag Was ist eine llms.txt, und braucht mein Betrieb eine?

05 · Die Lesbarkeit

Sehen Sie nach, ob ein Assistent Ihre Seite lesen kann.

Geben Sie einem Assistenten, der auf Webseiten zugreifen kann, die Adresse einer Ihrer wichtigen Seiten und bitten Sie ihn, zusammenzufassen, was dort steht und welche Leistung das Unternehmen anbietet. Die Antwort verrät zweierlei: erstens, ob die Seite technisch überhaupt erreichbar und lesbar ist, und zweitens, ob Ihre Inhalte klar genug sind, um korrekt verstanden zu werden.

Bleibt die Zusammenfassung vage oder falsch, liegt es selten am Modell und meist daran, dass die Kernaussage zu tief vergraben ist oder erst per Skript erscheint.

06 · Die Übersicht

Beobachten Sie Googles KI-Übersicht.

Suchen Sie bei Google nach Begriffen rund um Ihre Leistung und Ihren Ort und achten Sie auf die zusammengefasste KI-Übersicht über den klassischen Treffern. Prüfen Sie, ob sie erscheint, welche Quellen sie nennt und ob Ihre Website darunter ist.

Diese Übersicht ist für viele lokale Suchen der erste Berührungspunkt und ein guter Gradmesser dafür, ob Ihre Inhalte als zitierbare Quelle gelten. Wiederholen Sie die Suche über einige Tage, da sich die Auswahl der Quellen verändern kann, und notieren Sie sich dabei Datum und genannte Quellen.

07 · Die Deutung

Was die Ergebnisse bedeuten.

Tauchen Sie nirgends auf, werden Sie falsch wiedergegeben oder sperrt Ihre robots.txt die Crawler aus, dann liegen die Ursachen fast immer bei den Grundlagen: gut erreichbare und verständlich geschriebene Inhalte, eine saubere Auszeichnung und Firmendaten, die überall zusammenpassen.

Drei Befunde führen zu drei unterschiedlichen ersten Schritten:

  1. 01

    Sie kommen gar nicht vor

    Beginnen Sie bei der Technik. Ist die robots.txt in Ordnung, prüfen Sie, ob Ihre Leistungen in den Worten auf der Seite stehen, die Ihre Kunden benutzen.

  2. 02

    Sie kommen vor, aber falsch

    Das ist ein Datenproblem, kein Textproblem. Gleichen Sie Name, Adresse und Telefonnummer über Website, Google Business Profil und alle Verzeichnisse ab, buchstabengenau.

  3. 03

    Sie kommen vor, aber blass

    Der Assistent kennt Sie, kann aber wenig sagen. Dann fehlen belastbare Inhalte: klare Antworten auf echte Kundenfragen, mit der Kernaussage zuerst.

Welche Schritte daraus folgen, beschreibt der Beitrag Wie komme ich in die Antworten von ChatGPT und Co.? und, mit Blick auf die Umsetzung, die Leistungsseite KI-Sichtbarkeit.

08 · Die Grenze

Was Sie aus einem Test nicht ablesen dürfen.

KI-Antworten schwanken. Dieselbe Frage kann je nach Formulierung, Standort, Verlauf und Zeitpunkt anders ausfallen, und manche Assistenten greifen live auf die Suche zu, andere auf einen älteren Trainingsstand. Aussagekräftig wird das Bild, wenn Sie jede Frage mehrfach und leicht variiert stellen und die Antworten über einige Tage vergleichen.

Drei Schlüsse sind aus einem einzelnen Durchgang nicht gedeckt:

Ein einzelner Test ist eine Stichprobe, kein Urteil.

Wer eine garantierte Platzierung in ChatGPT verkauft, verspricht etwas, das niemand einlösen kann. Sicher ist nur die Gegenrichtung: ohne lesbare, konsistente und gut belegte Inhalte entsteht gar keine Nennung.

Was hinter dem Ganzen steckt, erklärt der Beitrag Was ist GEO (Generative Engine Optimization)? und ausführlich der GEO-Leitfaden.

Quellen und Belege

Eigene Erhebung: 213 Websites deutscher Kleinbetriebe, vermessen vom 1. bis 27. Juli 2026, überwiegend Hessen und Rhein-Main. Gelegenheitsstichprobe aus der eigenen Vertriebspipeline, keine Zufallsstichprobe. Gemessen mit einem echten Browser und direkten HTTP-Abrufen von robots.txt, sitemap.xml und llms.txt. Weil nicht jedes Modul überall durchlief, schwankt n je Kennzahl. Die Auswertung steht unter 213 Websites geprüft.

Keine robots.txt, echter HTTP 404: 42,5 % (88 von 207). Eine llms.txt abrufbar: 2,8 % (6 von 212). Sperrt mindestens einen KI-Bot per robots.txt aus: 1,9 % (4 von 206). Alle drei Werte mit 95-%-Konfidenzintervall nach Wilson; bei n um 210 beträgt die Unschärfe rund sieben Prozentpunkte.

Crawler-Kennungen und robots.txt-Handhabung gemäß den öffentlichen Angaben der jeweiligen Anbieter (OpenAI, Anthropic, Perplexity, Google). Stand: Juni 2026.

FAQ

Häufige Fragen.

Wie teste ich, ob ChatGPT mein Unternehmen kennt?

Stellen Sie ChatGPT, Perplexity und der KI-Übersicht von Google genau die Fragen, die Ihre Kunden stellen würden, etwa nach einem Anbieter Ihrer Leistung in Ihrer Region, und prüfen Sie, ob und wie Sie genannt werden. Achten Sie darauf, ob die Angaben stimmen und ob auf Ihre Website verwiesen wird.

Was bedeutet es, wenn die KI falsche Angaben über mich macht?

Falsche Angaben deuten meist auf widersprüchliche oder lückenhafte Quellen hin. Wenn Adresse, Leistungen oder Öffnungszeiten über Website, Branchenverzeichnisse und Profile hinweg nicht übereinstimmen, zieht ein Modell daraus falsche Schlüsse. Einheitliche, klare Angaben an allen Stellen sind die wichtigste Gegenmaßnahme.

Sind die Ergebnisse bei jedem Nutzer gleich?

Nein, KI-Antworten können sich je nach Formulierung der Frage, Standort, Verlauf und Zeitpunkt unterscheiden. Ein einzelner Test ist deshalb nur eine Stichprobe. Aussagekräftiger ist es, dieselbe Frage mehrfach und leicht variiert zu stellen und die Antworten über einige Tage zu vergleichen.

Wie lange dauert dieser Test?

Für einen Durchgang durch alle fünf Prüfungen brauchen Sie etwa zwanzig Minuten. Die beiden Dateiprüfungen sind in zwei Minuten erledigt, die drei Fragen an die Assistenten dauern etwas länger, weil Sie jede Antwort in Ruhe lesen sollten. Kosten entstehen keine, ein kostenloser Zugang zu einem Assistenten genügt.

Was mache ich, wenn ich in keiner Antwort vorkomme?

Nichts überstürzen. Gehen Sie zuerst die dritte Prüfung durch, denn eine fehlende oder zu strenge robots.txt erklärt viele Fälle allein. Prüfen Sie danach, ob Ihre wichtigsten Seiten die Kernaussage im ersten Absatz nennen und ob Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich geschrieben sind. Das sind die Grundlagen, ohne die keine Nennung entsteht.

Muss ich alle fünf Prüfungen machen?

Nein, aber die Prüfungen beantworten unterschiedliche Fragen. Die erste zeigt, ob Sie überhaupt vorkommen. Die zweite zeigt, ob die Angaben stimmen. Die dritte und die vierte zeigen, ob die technischen Voraussetzungen dafür da sind. Die fünfte zeigt, wie Google Sie einordnet. Wer wenig Zeit hat, beginnt mit der dritten: sie dauert zwei Minuten und liefert die eindeutigste Antwort.

Sadan Akbari, Inhaber von Mainsicht

Der Autor

Sadan Akbari

Mainsicht bin ich, Sadan, KI-Developer und Automatisierer aus dem Rhein-Main-Gebiet. Ich baue Websites und KI-gestützte Software und prüfe mit eigenen Analyse-Tools, wo eine Website wirklich steht: bei Google und bei KI-Systemen wie ChatGPT. Was nicht läuft, bringe ich in Ordnung. Mit Daten, nicht mit Versprechen.

  • KI-Developer und Gründer von Mainsicht
  • Veröffentlicht am 15. Juni 2026
  • Zuletzt geprüft am 2. September 2026
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