Mainsicht
RatgeberKI-Sichtbarkeit

213 Websites kleiner Betriebe geprüft: die Ergebnisse

Sadan AkbariKI-Developer & Gründer von Mainsicht

Diese Seite ist keine Marktforschung und gibt sich auch nicht als solche aus. Sie ist die Auswertung der technischen Prüfläufe, die Mainsicht ohnehin fährt, bevor ein Gespräch mit einem Betrieb überhaupt beginnt. Weil daraus inzwischen ein Datensatz in dreistelliger Größe geworden ist, lohnt es sich, ihn einmal vollständig zu rechnen und zu veröffentlichen, statt einzelne Eindrücke zu erzählen. Alle Werte unten sind nachgerechnet, nicht geschätzt, und jeder trägt seine Grundgesamtheit mit sich.

Ein Hinweis vorweg, der ernst gemeint ist: Die geprüften Betriebe haben dieser Auswertung nicht zugestimmt. Deshalb enthält diese Seite ausschließlich Aggregate. Es werden keine Namen, keine Domains, keine Orte und keine Einzelbefunde genannt, auch nicht als Beispiel.

Wie wurde gemessen?

Jede Website wurde mit einem echten Browser geladen, nicht nur als Quelltext heruntergeladen: Chromium, gesteuert über Playwright. Auf dem fertig aufgebauten Dokument lief anschließend axe-core, die verbreitete Prüfbibliothek für Barrierefreiheit, gegen den offiziellen WCAG-Regelsatz. Dazu kamen direkte Abrufe von robots.txt, sitemap.xml und llms.txt sowie eine Auswertung des HTML-Quelltexts auf strukturierte Daten, Meta-Angaben, Überschriften und Fließtextmenge.

Woher stammen die 213 Websites?

Aus 214 Prüfläufen, von denen einer entfernt wurde: der gegen die eigene Website. Es bleiben 213. Diese Auswahl ist eine Gelegenheitsstichprobe aus der Vertriebspipeline von Mainsicht, keine Zufallsstichprobe. Der Schwerpunkt liegt in Hessen und im Rhein-Main-Gebiet. Repräsentativ ist sie damit allenfalls für kleine Betriebe mit einer eigenen, meist älteren Website, nicht für alle deutschen Unternehmen.

Zur Zusammensetzung, ohne Ortsbezug: Bei 137 der Prüfläufe ist eine Branche hinterlegt, verteilt auf 84 verschiedene Bezeichnungen. Die größte Einzelgruppe sind Schreinereien und Tischlereien mit 15 Nennungen, also 10,9 % dieser 137. Danach folgen Fahrschulen (12 = 8,8 %), Garten- und Landschaftsbau (11 = 8,0 %), Kfz-Werkstätten (9 = 6,6 %), Metzgereien und Dachdecker (je 7 = 5,1 %). Kein Gewerk stellt mehr als 11 % der Stichprobe; die Zahlen werden also von keiner einzelnen Branche getragen.

Was kann diese Messung nicht zeigen?

Eine Erhebung ist nur so viel wert wie die Liste ihrer Grenzen. Diese hier hat fünf, und sie sind bekannt:

  • Es ist überall die Startseite. 212 der 213 Prüfläufe haben genau eine Seite analysiert. Jede Aussage gilt für die Startseite, nicht für die gesamte Website. „Der Betrieb hat kein X" ist durch diese Daten nicht gedeckt, „auf der Startseite war kein X zu finden" schon.
  • Die Grundgesamtheit schwankt. Nicht jedes Prüfmodul lief auf jeder Seite durch, deshalb liegt n je Kennzahl zwischen 192 und 213. Fehlerfälle, etwa nicht ladbare Seiten oder nicht erreichbare Dateien, wurden je Kennzahl aus dem n entfernt, statt sie als „fehlend" mitzuzählen.
  • Es gibt eine statistische Unschärfe. Bei rund 210 Fällen ist das 95-%-Konfidenzintervall etwa ±7 Prozentpunkte breit. Unterschiede, die kleiner sind als das, sind keine Aussage.
  • Ein Teil der Prüfung lief in zwei Fassungen. Der Erkenner für Impressum und Datenschutzerklärung wurde am 10. Juli 2026 überarbeitet; 179 der 213 Prüfläufe nutzen die ältere Fassung, 34 die neuere. Bei n = 34 ist keiner der Unterschiede zwischen beiden Teilmengen statistisch belastbar, der Datensatz mischt streng genommen aber zwei Verfahren.
  • Mehrere Module sind ganz ausgeschlossen. Was aus der Auswertung herausfällt und warum, steht weiter unten offen im Text.

Ein naheliegender Einwand wurde geprüft und ließ sich ausräumen: dass die Auswertung Inhalte übersieht, die erst per JavaScript nachgeladen werden, und dadurch fehlende Überschriften, fehlende strukturierte Daten und dünne Texte nur vortäuscht. Ein zweites Modul vergleicht dafür das rohe HTML-Dokument mit dem fertig aufgebauten Seiteninhalt. In keinem einzigen Fall gab es strukturierte Daten im fertigen Seiteninhalt, die im Rohdokument fehlten. Das Median-Verhältnis der Wortzahlen liegt bei 1,0, und nur 11 von 192 Seiten bauen mehr als das Anderthalbfache ihres Roh-Inhalts auf.

Die fünf Kernbefunde

Befund 1: 88,2 % bieten einer KI nichts, woraus sie antworten könnte

Bei 186 von 211 geprüften Startseiten (88,2 %) fehlen gleichzeitig alle drei gängigen Bausteine maschineller Lesbarkeit: strukturierte Daten als JSON-LD, ein Frage- oder FAQ-Abschnitt und eine llms.txt. Einzeln betrachtet fand sich kein JSON-LD bei 90,5 % (191 von 211), kein Frage-Abschnitt bei 98,1 % (207 von 211), und eine llms.txt war bei 2,8 % (6 von 212) abrufbar. Ein gültiges LocalBusiness-Schema, also genau die Auszeichnung, aus der ein System Anschrift, Öffnungszeiten und Leistungen zweifelsfrei lesen kann, lag bei 4,3 % vor (9 von 211).

Zur Einordnung gehört die Grenze der Messung: Geprüft wurde ausschließlich JSON-LD, also <script type="application/ld+json">. Ältere Auszeichnungsformen wie Microdata oder RDFa erkennt die Prüfung nicht. Umgekehrt genügt schon ein fehlerhafter JSON-LD-Block, damit eine Seite als „vorhanden" gezählt wird. Die 90,5 % sind damit eher zu niedrig als zu hoch angesetzt.

Praktisch heißt das: Wenn ein Kunde eine KI fragt, wer in seiner Gegend eine bestimmte Leistung anbietet, muss das System Leistung, Anschrift und Erreichbarkeit aus der Seite herauslesen können. Bei knapp neun von zehn geprüften Betrieben ist dafür nichts hinterlegt. Der Befund ist in zwei Minuten nachprüfbar, und welche Bausteine gemeint sind, steht im Beitrag Wie komme ich in die Antworten von ChatGPT und Co..

Befund 2: Nicht das schlechte Cookie-Banner ist das Problem, sondern das fehlende

91,4 % der geprüften Startseiten (191 von 209) zeigen überhaupt keine Einwilligungsabfrage. Auf 11,5 % (24 von 209) wurden Tracking-Dienste geladen, bevor irgendjemand eingewilligt hatte, und auf 5,3 % (11 von 209) wurden dabei auch Tracking-Cookies gesetzt. Die eigentliche Zahl steckt in der Aufteilung dieser 24 Seiten: 21 davon haben gar keine Einwilligungsabfrage, nur 3 haben eine und laden trotzdem vorher.

Das dreht die übliche Debatte um. Diskutiert werden schlecht gebaute Banner und irreführende Schaltflächen; in dieser Stichprobe ist die Frage bei den meisten Betrieben eine Stufe früher gar nicht gestellt worden. Die 11,5 % sind dabei sauber nur als Untergrenze zu lesen: Die Prüfung erkennt neun große Tracking-Dienste über eine feste Liste von Adressen. Kleinere Werkzeuge oder serverseitig eingebundene Messungen sieht sie nicht. Zulässig ist deshalb die Lesart „mindestens jede neunte Startseite", nicht „genau 11,5 %".

Vier weitere Feststellungen aus demselben Bereich: Google Fonts wurden bei 20,8 % (44 von 212) von externen Servern nachgeladen, wobei dieser Wert eine Obergrenze ist, weil der ausgewertete Seitenabzug erst nach einem automatischen Klick auf „Alle akzeptieren" entsteht. Eine Google-Maps-Karte war bei 8,5 % (18 von 212) direkt eingebettet. Auf 13,7 % der Startseiten (29 von 212) war kein als solches beschriftetes Impressum verlinkt und auf 32,1 % (68 von 212) keine als solche beschriftete Datenschutzerklärung; bei 12,3 % (26 von 212) fehlte beides. Gemessen wird dabei der sichtbare Linktext gegen eine feste Musterliste. Eine Seite, die ihr Impressum „Anbieterkennzeichnung" nennt oder es erst von einer Unterseite aus verlinkt, fällt durch dieses Raster, ohne dass deswegen etwas fehlen muss.

Das sind technische Feststellungen, keine Rechtsberatung. Ob ein einzelner Befund rechtlich zu beanstanden ist, hängt vom Einzelfall ab und gehört in die Hand einer Anwältin oder eines Anwalts, nicht eines Messwerkzeugs.

Befund 3: Fast jede zweite Startseite wurde technisch nie für ein Smartphone gebaut

Bei 47,4 % der geprüften Startseiten (100 von 211) fehlt das viewport-Meta-Tag. Das ist die eine Zeile im Kopf des Dokuments, ohne die ein Smartphone die Schreibtisch-Fassung einfach herunterskaliert: winzige Schrift, Zoomen und Schieben statt Lesen. Kein Optimierungsdetail, sondern die Voraussetzung dafür, dass eine Seite auf dem Handy überhaupt als für Handys gemacht gilt.

Der stärkste Fund der ganzen Erhebung steckt aber nicht in dieser Zahl, sondern darin, womit sie zusammenfällt. Teilt man die 211 Startseiten in die 100 ohne und die 111 mit viewport-Tag, sehen die beiden Gruppen aus wie zwei verschiedene Jahrzehnte:

  • Strukturierte Daten: 99 % der Seiten ohne viewport-Tag haben kein JSON-LD, gegenüber 83 % der Seiten mit viewport-Tag.
  • Sprachauszeichnung: 51 % ohne viewport-Tag haben kein <html lang>-Attribut, gegenüber 16 % mit viewport-Tag.
  • Überschriften: 49 % ohne viewport-Tag haben keine einzige H1-Überschrift, gegenüber 32 % mit viewport-Tag.
  • Textmenge: Der Median liegt bei 116 Wörtern Fließtext ohne viewport-Tag, gegenüber 280 Wörtern mit viewport-Tag.

In dieser Stichprobe gibt es also nicht viele verstreute Einzelmängel, sondern im Kern eine Gruppe sehr alter Websites, bei denen alles gleichzeitig fehlt. Für einen Betriebsinhaber ist das die eigentlich nützliche Information. Wenn die eigene Startseite auf dem Handy zum Zoomen zwingt, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit kein isolierter Punkt auf einer Mängelliste, sondern ein Hinweis darauf, dass Struktur, Textmenge und maschinelle Lesbarkeit auf demselben Stand sind. Einzelnes Nachbessern lohnt dann selten; die ehrliche Frage ist, ob die Grundlage noch trägt. Dazu passt der Beitrag Website-Relaunch: wann er sich lohnt.

Wo das viewport-Tag fehlt, fehlt fast nie nur das viewport-Tag. Es ist dieselbe Gruppe von Seiten, der auch Struktur, Auszeichnung und Text fehlen.

Befund 4: Der Median liegt bei 187 Wörtern Fließtext

Auf der Hälfte der geprüften Startseiten steht weniger als 187 Wörter Fließtext (Median, n = 211). Das untere Viertel liegt bei 96 Wörtern oder darunter, das obere Viertel bei 340 oder darüber. Unter 300 Wörtern bleiben 69,7 % (147 von 211), unter 150 Wörtern immer noch 42,7 % (90 von 211).

Gezählt wird dabei Fließtext, nicht Seitentext: Navigation, Kopfbereich, Fußzeile und Randspalten werden vorher entfernt. Weil das Seiten benachteiligen könnte, die ihren Inhalt in den Kopfbereich packen, gibt es eine Gegenprobe. Ein zweiter, unabhängiger Zähler ohne dieses Entfernen kommt auf einen Median von 188 statt 187 und auf 67,0 % statt 69,7 % unter 300 Wörtern. Zwei Methoden, praktisch dasselbe Ergebnis.

Das ist der Befund mit der niedrigsten Hürde und zugleich der, der Befund 1 auf einer anderen Ebene erklärt: Weder eine Suchmaschine noch ein KI-Assistent kann zitieren, was nicht dasteht. Wer seine Leistungen in ganzen Sätzen beschreibt, statt sie in drei Schlagworten anzudeuten, kommt hier ohne Dienstleister und ohne technischen Aufwand weiter.

Befund 5: Barrierefreiheit und Maschinenlesbarkeit scheitern an derselben Stelle

Im echten Browser gegen den offiziellen WCAG-Regelsatz gemessen (n = 206): zu geringer Farbkontrast bei 53,9 % (111 von 206), Links ohne maschinell erkennbaren Linktext bei 49,5 % (102 von 206), Bilder ohne Alt-Text bei 33,5 % (69 von 206) und ein fehlendes <html lang>-Attribut ebenfalls bei 33,5 % (69 von 206).

Diese vier sind die methodisch härtesten Zahlen der ganzen Erhebung: gemessen am fertig aufgebauten Dokument, gegen einen offiziellen Regelsatz, jeder einzelne Verstoß mit dem betroffenen Element protokolliert. Was sich daraus ausdrücklich nicht ableiten lässt, ist eine Note für Barrierefreiheit. Die automatisierte Prüfung deckt nur den maschinell prüfbaren Teil der WCAG-Kriterien ab; zitierfähig sind deshalb die einzelnen Regelverstöße, nicht ein Gesamtwert.

Inhaltlich interessant ist die Überschneidung. Der Link ohne erkennbaren Linktext und das Bild ohne Alt-Text sind dieselbe Lücke unter zwei Namen: Ein Screenreader und ein KI-Crawler scheitern an genau derselben Stelle, weil beide auf denselben Text angewiesen sind. Wer Barrierefreiheit bisher als Zusatzthema geführt hat, kann sie hier als das lesen, was sie technisch ist, nämlich dieselbe Baustelle wie die maschinelle Lesbarkeit.

Was zeigen die übrigen Kennzahlen?

Neben den fünf Kernbefunden ist eine Reihe weiterer Werte belastbar. Alle beziehen sich auf die Startseite, alle tragen ihre Grundgesamtheit:

  • Kein Open Graph, also kein Vorschaubild beim Teilen in Messengern und sozialen Netzen: 67,8 % (143 von 211).
  • Keine auffindbare Sitemap, weder unter dem Standardpfad noch als Verweis in der robots.txt: 47,1 % (98 von 208).
  • Keine robots.txt (echter HTTP-404): 42,5 % (88 von 207).
  • Keine einzige H1-Überschrift: 40,3 % (85 von 211). Mehr als eine H1: 19,0 % (40 von 211).
  • Keine Meta-Description: 35,1 % (74 von 211).
  • Keine auf der Startseite erkennbare Anschrift: 33,2 % (70 von 211).
  • Keiner der fünf geprüften Sicherheits-Header in der Server-Antwort gesetzt (Content-Security-Policy, Referrer-Policy, X-Frame-Options, HSTS, X-Content-Type-Options): 75,8 % (160 von 211).
  • Mindestens ein KI-Bot per robots.txt ausgesperrt: 1,9 % (4 von 206). Dass fast niemand sperrt, ist hier allerdings kaum eine Entscheidung: Wer gar keine robots.txt hat, sperrt auch niemanden aus.

Zur Ladezeit lässt sich aus dieser Erhebung nur eine Untergrenze angeben, und deshalb steht sie hier auch nur als solche. Gemessen wurde im Bildschirmformat eines Smartphones, aber ohne gedrosselte Leitung und ohne gedrosselten Prozessor, also mit Schreibtisch-Bandbreite und Schreibtisch-Rechenleistung. Unter diesen Idealbedingungen liegt der Median bei 1.792 Millisekunden (n = 192), und 20,8 % (40 von 192) brauchen dennoch länger als drei Sekunden. Auf einem echten Mobilgerät in einem echten Mobilfunknetz fällt das systematisch schlechter aus. Der zulässige Satz lautet also: Jede fünfte Startseite braucht selbst unter besten Bedingungen länger als drei Sekunden.

Warum fehlen hier Sicherheitsnoten, Gesamtnoten und PageSpeed-Werte?

Weil sie in dieser Erhebung nachweislich falsch gemessen wurden. Eine Zahl, die falsch entstanden ist, bleibt auch dann falsch, wenn sie gut klingt. Aus der Auswertung ausgeschlossen sind deshalb:

  • Alles zu SSL/TLS und der daraus abgeleitete Sicherheitswert. Die Prüfläufe liefen in einer Netzwerkumgebung, in der die Zertifikatsprüfung abgeschaltet war. Der Wert misst damit die Prüfumgebung, nicht die geprüfte Seite. Die einzelnen Sicherheits-Header oben sind davon nicht betroffen; sie stammen aus der Server-Antwort, nicht aus der Zertifikatsprüfung.
  • Der Gesamtwert und die daraus gebildeten Noten. Sie enthalten den beschädigten Sicherheitswert anteilig und erben dessen Fehler. Ein kaputter Teilwert verdirbt den Gesamtwert.
  • Eine Quote „ohne HTTPS". Das dafür ausgewertete Feld spiegelt nur, mit welchem Adress-Schema der Prüflauf gestartet wurde, nicht, ob die Seite verschlüsselt ausgeliefert werden kann. Ersatzlos gestrichen.
  • Alle Werte aus Googles PageSpeed Insights einschließlich der dort ausgewiesenen Ladezeit-Kennwerte. Die weit überwiegende Zahl der Abrufe scheiterte an einer Abruf-Begrenzung des Dienstes; aus dem verbliebenen Rest lässt sich kein Median bilden. Die Ladezeit-Aussage oben stammt deshalb aus der eigenen Browser-Messung und ist ausdrücklich als Untergrenze gekennzeichnet.
  • Eine Verteilung zur KI-Sichtbarkeit. Je Betrieb wurden zu wenige Abfragen gestellt und nur ein einziges Modell befragt; das Werkzeug selbst stuft die Aussagekraft durchgehend als niedrig ein. Als Richtungssignal interessant, als Prozentsatz nicht veröffentlichungsreif.
  • Das Seitengewicht. Ressourcen von fremden Servern melden ihre Größe nicht zuverlässig zurück, weshalb ein Teil der Messungen nur eine Untergrenze ist. Vollständig und unvollständig gemessene Seiten sind zwei nicht vergleichbare Mengen und dürfen nicht zu einem Wert zusammengerechnet werden.
  • Eine Bewertung der Gestaltung. Sie stammt von einem einzelnen Bildmodell ohne zweite Messung und ohne Reproduzierbarkeitsprüfung. Für ein subjektives Kriterium ist das zu wenig.

Diese Liste steht hier nicht aus Bescheidenheit, sondern weil sie zur Zahl gehört. Wer eine Erhebung zitiert, sollte wissen, was nicht darin steht.

Was können Sie in zehn Minuten selbst prüfen?

Alle fünf Kernbefunde lassen sich an der eigenen Startseite nachvollziehen, ohne Werkzeug und ohne Budget. Danach wissen Sie, in welcher Gruppe Ihre Website steht.

1. Strukturierte Daten: in den Quelltext sehen

Öffnen Sie Ihre Startseite und lassen Sie sich den Seitenquelltext anzeigen, in den meisten Browsern mit Strg + U, auf dem Mac mit Cmd + Alt + U. Suchen Sie darin nach application/ld+json. Kein Treffer bedeutet: Ihre Seite gehört zu den 90,5 % (191 von 211) ohne strukturierte Daten in diesem Format.

2. Mobile Auslegung: nach dem viewport-Tag suchen

Suchen Sie im selben Quelltext nach viewport. Fehlt die Zeile, gehört Ihre Seite zu den 47,4 % (100 von 211) ohne dieses Tag, und dann lohnt sich der Blick auf die übrigen vier Punkte besonders. In der Erhebung war das die Gruppe, bei der auch alles andere fehlte.

3. Einwilligung: die Seite in einem privaten Fenster öffnen

Rufen Sie Ihre Startseite in einem privaten Browserfenster auf und achten Sie darauf, ob überhaupt eine Einwilligungsabfrage erscheint, bevor Sie irgendwo klicken. Erscheint keine, und ist trotzdem ein Statistik- oder Werbewerkzeug eingebunden, sind Sie bei genau der Konstellation, die 21 der 24 Seiten mit Tracking vor der Einwilligung gezeigt haben.

4. Textmenge: den Fließtext zählen lassen

Markieren Sie den Text Ihrer Startseite ohne Menü und Fußzeile, kopieren Sie ihn in ein Textprogramm und lassen Sie die Wörter zählen. Unter 300 Wörtern liegen 69,7 % der geprüften Seiten (147 von 211), unter 150 Wörtern noch 42,7 % (90 von 211). Der Median der Erhebung liegt bei 187 Wörtern (n = 211).

5. Beschriftung: die Fußzeile lesen

Sehen Sie nach, ob von der Startseite aus ein Link erkennbar mit „Impressum" und einer mit „Datenschutzerklärung" beschriftet ist. Auf 13,7 % der geprüften Startseiten (29 von 212) war kein als solches beschriftetes Impressum verlinkt. Eine Bezeichnung wie „Rechtliche Hinweise" mag inhaltlich richtig sein, wird von Prüfwerkzeugen und mitunter auch von Besuchern aber nicht als das erkannt, was sie ist.

Was folgt daraus?

Am ehesten dies: Die verbreiteten Lücken sind selten exotisch und fast nie teuer. Eine Zeile im Kopf des Dokuments, ein paar Absätze echter Text, ein sauber beschrifteter Link, ein Block strukturierter Daten. Was die Erhebung zeigt, ist weniger ein Qualitätsproblem als ein Altersproblem: eine große Gruppe von Websites, die seit vielen Jahren unverändert läuft, während sich die Art, wie Menschen und Maschinen sie lesen, zweimal geändert hat.

Wenn Sie die fünf Prüfungen oben nicht selbst durchgehen möchten oder eine zweite Einschätzung wollen: Mainsicht fährt genau diese Messung auch für einzelne Betriebe, im kostenlosen Schnell-Check. Unverbindlich, mit schriftlicher Zusammenfassung, ohne dass daraus eine Verpflichtung entsteht. Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus denselben Prüfläufen.

Stand der Auswertung: 28. Juli 2026. Zitierhinweis: Mainsicht, Website-Erhebung Juli 2026, n = 213 Startseiten kleiner deutscher Betriebe, Erhebungszeitraum 1. bis 27. Juli 2026, Gelegenheitsstichprobe mit Schwerpunkt Hessen und Rhein-Main-Gebiet. Die Fallzahl liegt je Kennzahl zwischen 192 und 213 und ist bei jeder Zahl anzugeben. Konfidenzintervalle nach Wilson, 95 %.

Häufige Fragen

Was Sie noch wissen sollten

Wie viele Websites wurden für diese Erhebung geprüft?

Geprüft wurden 213 Websites kleiner deutscher Betriebe, jeweils die Startseite, im Zeitraum vom 1. bis 27. Juli 2026. Die Grundgesamtheit stammt aus 214 automatisierten Prüfläufen, von denen der Lauf gegen die eigene Website entfernt wurde. Weil nicht jedes Prüfmodul auf jeder Seite durchlief, liegt die Fallzahl je Kennzahl zwischen 192 und 213 und ist bei jeder Zahl mit angegeben.

Wie viele Startseiten hatten keine strukturierten Daten?

Bei 90,5 % der geprüften Startseiten (191 von 211) fand sich kein JSON-LD, also keine strukturierten Daten im heute üblichen Format. Nimmt man Frage-Abschnitt und llms.txt hinzu, fehlten bei 88,2 % (186 von 211) alle drei Bausteine gleichzeitig. Ältere Auszeichnungsformen wie Microdata oder RDFa erkennt die Messung nicht; die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf JSON-LD.

Ist die Erhebung repräsentativ für alle deutschen Unternehmen?

Nein. Es ist eine Gelegenheitsstichprobe aus der Mainsicht-Vertriebspipeline, keine Zufallsstichprobe, mit Schwerpunkt Hessen und Rhein-Main-Gebiet. Sie beschreibt kleine Betriebe mit einer eigenen, meist älteren Website und lässt sich nicht auf alle deutschen Unternehmen übertragen. Bei rund 210 Fällen beträgt die statistische Unschärfe etwa ±7 Prozentpunkte.